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„Skiclub Sackpfeife „     erstellt im Jahre 2008 von Willi Achenbach

Die Anfänge: Ende der 20 er, Beginn der 30 er Jahre konnte man in unserer Region schon die Anfänge des Skilaufes beobachten. Sportliche Menschen haben schon damals das Einstock Skifahren mit selbst hergestellten Brettern aus Eschenholz und in Kniggerbocker Hosen, praktiziert, Waldschneisen und abfallende Wiesen waren ja genug vorhanden.  Einen Schub nach vorne gaben dann die Olympischen Winterspiele in Garmisch Partenkirchen 1936. In den Jahren danach wurde von der damaligen HJ eine Skisportabteilung gegründet, die auch Wettkämpfe austrugen. Im Winter 1943 – 1944 wurden die HJ u. JV. Meisterschaften des Bann 303 in Biedenkopf, oberhalb der Frohngrube in Richtung Mushecke, ausgetragen. Es siegte bei der HJ Karli Wille Alfred Wille und Wolfgang Plalzgraf.  Im Bereich Jungvolk 10 – 14 jährige, belegte der damals 10 jährige Willi Achenbach den ersten Platz.   In den nachfolgenden Jahren, fielen wegen des Krieges die Wettkämpfe aus. Es gab kein organisiertes Skifahren mehr in unserer Stadt. Die ersten Skier nach dem Krieg wurden aus Heringsfässer genannt Fassdauben,
oder wer es sich leisten konnte beim Drexler Zimmermann angefertigt. Skilaufen egal wo, in der Frohngrube, am Geierschuss, am Quotlibett oder auch in vielen Waldschneisen wurde zum Freizeitsport unter der Jugend und Junggebliebenen. Das blieb so bis gegen Ende der 60 er Jahre.

Die Sackpfeife:

Es kam die Zeit des aufstrebenden Fremdenverkehrs, die politischen Parteien und Interessengruppen trieben das Projekt Wintersportzentrum Sackpfeife voran. Da die geplante Piste, Kreisgrenzen übergreifend war, musste die Zustimmung der Landräte der Kreise Biedenkopf und Frankenberg eingebracht werden. Beide Herren waren dem Wintersport zugetan und somit stand dem Bau der Piste mit einem Schlepplift nichts mehr im Wege. Im Winter 1968/1969 wurde das Wintersportzentrum Sackpfeife Biedenkopf feierlich eröffnet. Laut Hinterländer Anzeiger vom 6. Januar 1970 zählte man auf dem Hausberg am Sonntag ca 1000 Autos und es wurden ca 6000 Personen mit dem Schlepplift zur Bergstation befördert, so die Aussage der Stadtwerke Biedenkopf, welche die erste Liftbetreiberin war. Von allen Besuchern des neuen Wintersportzentrums –Aktiven wie Zuschauer- wird die Anlage gelobt. Passionierte Skifahrer aus der weiteren Umgebung, wie Wetzlar, Giessen und Siegen, ziehen die Sackpfeife schon den Pisten um Winterberg, Züschen und im Westerwald, vor

 

Vorgeschichte zur Clubgründung

Rektor Willi Bock und Realschullehrer Horst Kessler setzten durch, dass ab der 5. Klasse Skilaufen zur Pflichtstunde wurde. Es wurden Skifreizeiten und Landschulheim Aufenthalte mit Schülern durchgezogen. Pressemeldung vom 1. März 1969 „Hinterländer Anzeiger Sie lernten Skilaufen im Schulunterricht.  Die Klasse 5 a.R. mit 35 Schülerinnen und Schüler, mit Klassenlehrer Horst Kessler und Praktikant Eckhardt Henkel, sowie die betreuenden Mütter Frau Till und Frau Gerda Achenbach fahren nach Mollseifen in das dortige Landschulheim um die Feinheiten des Skilaufens zu erlernen. Es wurde 1 Woche lang kräftig geübt. Zum abschließenden Skirennen am Sonntag, erschien überraschend eine Delegation aus Biedenkopf, Skibegeisterte Eltern und weitere Ausbilder zu einen Podiumsgespräch. Zitat aus dem Hinterländer Anzeiger vom 1. März 1969

 

Skilehrgang“ mit sieben Ausbildern

 

Fahrt nach Mollseifen hat positives Echo gefunden, Gründung eines Skiclub „ Sackpfeife „ im Bereich des möglichen!

 

Die Gründung kommt in Gang!
Am 12. Januar 1970 wird zur Gründung eines Skiclub in der Presse aufgerufen. Am 16. Januar 1970 kommen 83 Skisport Begeisterten in das Schloßhotel Biedenkopf, um einen Skiclub zu gründen. Journalist Karl Schmitt übernimmt die Versammlungsleitung. Der Vorstand wird gewählt: 1. Vorsitzender Karl Schmitt, 2. Vorsitzender Heini Debus, Geschäftsführer Gerhard Peuckert, Schatzmeister H.G. Riedel, Skischule und Sportwart Horst Kessler, Trainer für Langlauf Willi Bock. Der Vorstand war geschäftsfähig. Der Name des Clubs wird festgelegt.

Skiclub Sackpfeife e.V. 1970 Biedenkopf

stand ab sofort auf unserer Flagge. Sprich Fahne. Die Mitgliederzahl bewegte sich sprunghaft in die Höhe, Waren es bei der Gründung noch 83 Mitglieder, so zählte man schon 3 Jahre später 350 Mitglieder.  Die Frage nach einer eigenen Unterkunft auf dem Hausberg nahm konkrete Formen an. Dem Antrag, zum Bau einer Skihütte wurde schnell stattgegeben, Die Baugenehmigung wurde erteilt.  Zimmermeister Hermann Göcking bekam den Zuschlag.

Unter der Bauaufsicht des 2. Vorsitzenden Heini Debus wurde es ein Schmuckstück das von den Mitgliedern und auch Gästen rege genutzt wurde. Hier fand auch 1977 der 1. Skibazar im Hinterland am Buß u. Bettag statt.  Selbiger wurde von der Langlaufabteilung ausgerichtet. Dank der guten winterlichen Schneelage wuchs und gedieh der Skiclub Sackpfeife. Die Zeit zwischen 1970 und 1985 war eine sportlich aktive für unseren Club.

Es konnten jährlich alpine Meisterschaften ausgetragen werden, dank der guten Schneelage. Sogar 1 Weltcup Rennen für Skibobs hat auf unserem Hausberg stattgefunden. Anfang der 70 er Jahre erreichte eine neue Welle des Wintersports auch unseren Verein, das Ski Wandern und Loipen gehen.

Der Skilanglauf, in den Medien als der Gesundheitssport Nr. 1 schlechthin, angepriesen, erreichte auch unsere Region. Voraussetzung für diesen Sport waren entsprechende Loipen auf der Sackpfeife, anzulegen.  Auf Initiative des Clubs, des Landes, der Forstverwaltung Biedenkopf und Frankenberg, des Baron von Breidenbach zu Breidenstein und der Stadt Biedenkopf, sowie Unterstützung des Hess. Skiverbandes, entstanden 2 Loipen von 3 Km u. 7,5 Km Länge.
Im Jahre 1976 wurde auch bei uns im Verein die Gründung einer Langlauf-Abteilung aktuell. Der 1. Vorsitzende Karl Schmitt konnte den Sportfreund Willi Achenbach dazu überreden, die so genante nordische Abteilung zu führen und entsprechen auszubauen. Die Mitgliederzahl sprang durch die zahlreichen neuen Langlauffreunde und deren Aktivitäten im Tourenwesen, sprunghaft an und erreichte die 500 er Grenze. Es wurden regelmäßig an den Wochenenden Skitouren mit bis zu 60.Teilnehmern unternommen. Ziel dieser Aktion war die Erlangung des Skitouren-Sportabzeichen, das auch Jahr für Jahr wiederholt wurde Willi Achenbach konnte das Sportabzeichen als einziger, 10.mal wiederholen.  Die Erfolge dieser nordischen Abteilung im bundesweiten Tourenwettbewerb waren 10. mal die Hessische und 2. mal sogar die Deutsche Meisterschaft zu erringen. Am 8. Januar 1982 wurden wir dank der großzügigen Unterstützung des Hess. Skiverbandes, des Landes und der Stadt, stolze Besitzers eines Skido mit Spurgerät.  Am 12. Januar 1982 konnte Sportfreund Kurt Achenbach die ersten Spuren in den Schnee ziehen, Kurt macht dies Heute noch!  Wir waren jetzt gut ausgerüstet.  Im Januar 1984 bauten wir die Loipe weiter aus und bekamen dem Gütesiegel des Deutschen Skiverbandes und wurden in den deutschen Loipen Plan als eine der schönsten Anlagen aufgenommen. Außer den Skitouren, wurden jährliche Langlauf- Meisterschaften auf der Sackpfeife ausgetragen mit 40 bis 50 Teilnehmer aller Altersklassen.

Ein Auszug aus der Siegerliste: Der Clubmeister!
Jugend: Achim Kohlenberger, Astrit Henkel, Katja Hebeler,Thoma Achenbach
Damen: Uschi Debus, Gerda Achenbach, Emmely Keßler, Katja Hebeler-Sporleder
Herren: Horst Kessler, Adolf Hermann, Eckehardt Kohlenberger, Herbert Lange, Klaus Bergen, Matthias Peuckert, und viele andere. 

Es kamen Sommeraktivitäten dazu:
Die gemeinsamen Wanderungen führten dazu, das wir auch im Fusstouren-Wettbewerb in den Jahren von 1978 bis 1987 im Hess. Skiverband  6 mal Platz 1, 2 mal Platz 2 und 1 mal Platz 4 belegen konnten.  Im Deutschen Skiverband war die Platzierung folgende: 3 mal Platz 2, 1 mal Platz 4, 1 mal Platz 5, 1 mal Platz 6, 1 mal Platz 11, und 1 mal Platz 21.

Es wurden regelmäßig an der Skihütte Grillpartyen veranstaltet, Kartoffelbraten durfte auch in unserem Verein nicht fehlen und wurde zum jährlichen Sommer-Höhepunkt im Club. Der am Buß und Bettag 1977 erstmals ausgetragene Skibazar wurde ein voller Erfolg und findet am 2. November 2008 zum 32-male statt.
Dann kamen die 90 er Jahre mit ihren fast Schneelosen Wintern, es zeichnete sich schon 1988 ab, dass es die Natur mit der Sackpfeife nicht mehr gut meinte.
Das Tourenwesen kam fast zum erliegen, einzelne Touren in höher gelegene Skigebiete wurden noch unternommen, dann flachte das Interessen so langsam aber stetig ab. Wir hatten 12 fette Jahre im Tourenwesen nun kamen die mageren Jahre. Keine Wettbewerbe mehr. Die Vereinsmeisterschaften im Langlauf konnten auch nicht mehr jährlich ausgeführt werden. Damit schwanden auch die Mitgliederzahlen auf unter 280

 
Es folgte die Blütezeit der Skifreizeiten:

Begonnen hatte sie 1980 mit der Herbstfahrt nach Hintertux, mit 60 Teilnehmer, 1981 u. 1982 wurde diese Fahrt wiederholt, konnte aber 1983 schon wegen Schneemangel nicht stattfinden.  Es folgte eine Pause bis 1994. Dann ging es Ostern ins Stubaital.   Wir erinnerten uns im Vorstand an diese Marktlücke und planten für 1995 wieder eine Skifreizeit in den Osterferien, in das schöne Schnalstal. Es wurde ein voller Erfolg, mit wiederum 60. Teilnehmer.
Von nun an wurde jährlich eine Skifreizeit angeboten, teils in den Osterferien, und teils in den Weihnachtsferien, mit steigenden Teilnehmerzahlen.
Der Reiseausschuß wurde weiter aktiv, es wurden außer dem Schnalstal, weitere Fahrten ins Stubaital, Pitztal, Kaprun, Montafon, Galtür, Gerlos Saa-Fee, Maria Alm, Kronplatz, angeboten. Bis zum Jahr 2008 wurden insgesamt 22 Skifreizeiten angeboten und ausgeführt.

 

Erfreulicherweise ist damit auch die Mitgliederzahl wieder auf 420 im Jahre 2008 angestiegen.